Grieg, geboren 1843 in Bergen, war hauptsächlich und insbesondere ein lyrischer Komponist. Aber er war auch ein Pionier in der impressionistischen Gestaltung von Harmonien und Klangfarben für das Klavier, für seine späten Lieder und im Umgang mit Dissonanzen in seinen reifen Werken.
Er studierte mit E. F. Wenzel am Leipziger Konservatorium (1858-62), wo er sich sehr mit der Musik der frühen Romantik anfreundete (vor allem mit Schumanns Werk). Er erhielt Unterricht und weitere Anregungen in Kopenhagen durch Niels Gade. Erst in den Jahren 1864-65, als er dem Norwegischen Nationalisten Rikard Nordraak begegnete, schaffte er seinen stilistischen Durchbruch, hervorragend bekundet in den von Folklore inspirierten Humoresken für Klavier Op.6.
Neben Aufführungen seiner eigenen Werke, die generell zur Verbreitung der Norwegischen Musik beitrugen, gab er auch Musikunterricht. Er wurde Dirigent der Harmoniske Selskab, plante eine Norwegische Musikakademie und half 1871 bei der Gründung der Christiania Musikforening mit. In dieser Zeit (1868) komponierte er auch sein Klavierkonzert und die bedeutenden Klavierbearbeitungen von 25 Volksliedern Lindemans Op. 17. (1869).
Ein Versuch, mit Bjornson gemeinsam eine Oper zu schreiben, war erfolglos, aber seine nebenbei verfasste Musik zu Ibsens Peer Gynt (1875), das umfangreichste und bekannteste seiner größeren Werke, enthält einige seiner besten Schöpfungen. Trotz einer chronischen Krankheit setzte Grieg seine Tourneen als Dirigent und Pianist fort und führte die in Auftrag gegebenen Kompositionen ab 1885 von seinem Wohnort in Troldhaugen aus. Er wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt.
Von seinen späten Werken ragen die Folgenden besonders heraus: das Streichquartet in g-moll, Op. 27, die bekannte neubarocke Holberg-Suite (1884) und der Haugtussa Liederzyklus, Op. 67 (1895)
Conductor: Victor Ivanov Soloist: Dmitry Tarasov
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